Aktuelles

Ja-Wort im Museum – standesamtlich heiraten im historischen Ambiente

Konstanz bekommt einen neuen Ort für den schönsten Satz des Lebens: Ab Juni können standesamtliche Trauungen erstmals auch im Museum stattfinden. In Kooperation zwischen dem Standesamt der Stadt Konstanz und den Konstanzer Museen wird der historische Zunftsaal des Rosgartenmuseums zur außergewöhnlichen Hochzeitskulisse.

Wer sich das Ja-Wort in besonderem Ambiente wünscht, darf sich auf hölzerne Decken, geschichtsträchtige Räume und eine Atmosphäre freuen, die Vergangenheit und Zukunft auf charmante Weise verbindet. „Hier kann man nicht nur gemeinsam in eine lange Zukunft starten, sondern beginnt sie gleich mitten in der Geschichte der Stadt“, sagt Museumsdirektor Tobias Engelsing augenzwinkernd.

Der spätmittelalterliche Zunftsaal bietet den passenden Rahmen für kleine und größere Hochzeitsgesellschaften – stilvoll, zentral gelegen und mit ganz eigenem Charakter. Und auch nach der Zeremonie muss der besondere Tag noch nicht enden: Für viele Paare dürfte der romantische Museumsgarten schnell zum Lieblingsort werden. Dort besteht die Möglichkeit, den frisch geschlossenen Bund bei einem Sektempfang gemeinsam mit Familie und Freunden zu feiern.

Die neue Kooperation freut alle Beteiligten gleichermaßen. Museumsdirektor Tobias Engelsing und seine Stellvertreterin Lisa Foege begrüßen das neue Angebot ebenso wie Standesamtsleiter Michael Schatz und Standesbeamtin Alexandra Haberger. „Das Museum ist ein Ort der Geschichten – künftig beginnen hier auch ganz persönliche“, so Alexandra Haberger mit einem Lächeln.

Die Buchung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst reservieren Paare ihren Wunschtermin über den städtischen Traukalender. Anschließend kann die Buchung des Museums vorgenommen werden. Informationen zu Terminen, Ablauf und Konditionen finden Interessierte auf den Internetseiten der Stadt sowie des Rosgartenmuseums.

Mit dem neuen Angebot erweitert die Stadt Konstanz ihre Möglichkeiten für standesamtliche Trauungen um eine besonders atmosphärische Variante – zwischen Geschichte, Romantik und einem Hauch Museumsmagie. Weitere Trauorte sind das historische Rathaus, die Insel Mainau, sowie die Rathäuser von Dingelsdorf und Dettingen.


Konstanzer Schutzmantelmadonna

Die „Schutzmantelmadonna“, ein um 1600 entstandenes Ölgemälde des Konstanzer Meisters Caspar Memberger, geht von der Caritas Konstanz in die Obhut des Rosgartenmuseums. Die Museumsgesellschaft e. V. hat das Werk angekauft, das bisher im Marienhaus hing. Über die Vereinbarung freuen sich v. l. Caritas-Ex-Chef Andreas Hoffmann, Museumschef Tobias Engelsing, Michaela Seeger und Bärbel Sackmann von der Caritas sowie Fördervereinspräsident Frank Martin.


Demokratie zum Frühstück

Wie das Demokratiefrühstück im Rosgartenmuseum Konstanz zum Nachdenken über Freiheit, Gefährdungen und bürgerschaftliches Engagement anregte.

Am diesjährigen bundesweiten „Tags der Demokratiegeschichte“, dem 18. März 2026, kamen rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger im Café des Rosgartenmuseum Konstanz zum „Demokratiefrühstück“ zusammen. Unter der Schirmherrschaft von Frank-Walter Steinmeier und initiiert von der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ bot das Treffen Raum für Austausch und Reflexion über Zustand und Zukunft der Demokratie.

Eingeleitet wurde die Diskussion durch einen Impulsvortrag des Museumsdirektors Tobias Engelsing. Unter dem Leitgedanken „Was ist Demokratie und was können wir für sie tun?“ zeichnete er die historischen Grundlagen nach und verband sie mit aktuellen Herausforderungen. Dabei wurde deutlich: Die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist keine Selbstverständlichkeit. Engelsing erinnerte an die Revolution von 1848, in der zentrale Freiheitsrechte wie Meinungs- und Vereinigungsfreiheit, Schutz der Privatsphäre, Eigentumsrechte, Gewaltenteilung und das Wahlrecht formuliert wurden – Prinzipien, die bis heute das Fundament demokratischer Gesellschaften bilden.

Gleichzeitig weitete sich der Blick auf die globale Lage. Demokratien stehen zunehmend unter Druck; nur etwa vier Prozent der Weltbevölkerung leben in stabilen demokratischen Systemen. Autoritäre und autokratische Regierungen gewinnen an Einfluss, während klassische Qualitätsmedien an Bedeutung verlieren und öffentliche Debatten sich zunehmend in digitale Teilöffentlichkeiten verlagern.

Zur Analyse dieser Entwicklungen wurde auf die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas Bezug genommen. Deren Kernidee – dass demokratische Meinungsbildung auf freiem, rationalem Diskurs basiert – erscheint heute gefährdet. Öffentliche Meinung wird verstärkt durch große Medienkonzerne und digitale Plattformen geprägt, die keiner demokratischen Legitimation unterliegen. Hinzu kommen Herausforderungen wie Desinformation, mangelnde Datensicherheit und Eingriffe in Kommunikationsstrukturen, die die politische Debattenkultur nachhaltig verändern.

Als konkrete Gefährdungen wurden auch gezielte Einflussnahmen auf den öffentlichen Diskurs, die Abkehr von faktenbasierter Information sowie die Bildung digitaler Echokammern benannt. Diese Entwicklungen untergraben nicht nur die Qualität politischer Entscheidungen, sondern auch das Vertrauen in demokratische Institutionen.

Die Diskussion beschränkte sich jedoch nicht auf Problemanalysen. Im Mittelpunkt standen ebenso Wege zur Stärkung der Demokratie. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle von Bildung: Demokratische Werte müssen aktiv vermittelt und das Verständnis für das Grundgesetz gefördert werden. Darüber hinaus wurde die Bedeutung von Kultur hervorgehoben, die gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und Menschen widerstandsfähiger gegenüber Krisen machen kann.

Zugleich wurde zu mehr gesellschaftlichem Engagement aufgerufen. Ehrenamt, zivilgesellschaftliche Initiativen und die aktive Beteiligung an politischen Diskussionen gelten als unverzichtbar für eine lebendige Demokratie. Eine „wehrhafte Demokratie“ bedeutet, Haltung zu zeigen, Missstände zu benennen und sich klar gegen antidemokratische Tendenzen zu positionieren – auch wenn dies mitunter unbequem ist.

Abschließend wurde ein aktuelles Zitat des Bundespräsidenten aufgegriffen, das die Dringlichkeit unterstrich: In einem Interview mit der ZEIT warnte Steinmeier davor, Extremisten durch Machtbeteiligung bändigen zu wollen – ein historisch widerlegter Irrweg.

Das Demokratiefrühstück im Rosgartenmuseum zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Räume des Austauschs sind – Orte, an denen Wissen, historische Perspektive und persönliche Verantwortung zusammenkommen. In einer Zeit wachsender Unsicherheiten wurde hier nicht nur über Demokratie gesprochen, sondern auch ein Stück gelebter demokratischer Kultur erfahrbar gemacht.

Schirmherr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Initiative: Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte
Kooperationspartner: AG Orte der Demokratiegeschichte


Traditioneller Narrenempfang im Rosgartenmuseum

Ostschweizer Besuch auf der Konstanzer Fasnacht: Die Appenzeller Alt-Landammänner Roland Inauen (li.) und Alfred Stricker (3.v.li.) besuchten mit dem Thurgauer Finanzminister Urs Martin (mit Hut), Alt-Regierungsrätin Monika Knill und dem früheren Fraktionschef der CDU/CSU im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, den traditionellen Narrenempfang im Rosgartenmuseum bei Museumschef Tobias Engelsing (vorne).

Bild: Oliver Hanser / Rosgartenmuseum


200 Jahre Fasching, Fasnacht und Karneval am Bodensee – Dokumentarfilm

Fasching, Fasnacht oder Karneval? Innerhalb der südwestdeutschen Fasnacht haben die Traditionen in der Dreiländerregion Bodensee ein starkes Eigenleben: Die Fasnacht hier ist historisch ein bunter Cocktail aus Habsburger Fasching, bürgerlich-liberaler Saalfasnacht und einer kräftigen Portion karnevalistischem Rheinland. Bis zur Revolution von 1848/49 begeistert sich das freiheitsgestimmte Bürgertum an satirischen Narrenspielen.

Beeinflusst vom wiederaufblühenden Kölner Karneval wird nach 1860 „Prinz Karneval“ zur Leitfigur. In deutschen und Schweizer Städten und Dörfern rund um den Bodensee werden prächtige Umzüge organisiert und rauschende Bälle gefeiert. Frauen dürfen zwar mitmachen, aber nur als Zierde männlicher Selbstdarstellung.

Im Deutschen Kaiserreich schlagen die kolonialbegeisterten Narren erstmals auch rassistische Töne an. Heute wird die Frage kontrovers diskutiert, ob „Indianer“, „Chinesen“ und Kostüme fremder Kulturen an Fasnacht und Karneval noch statthaft sind.

Während des Nationalsozialismus erweisen sich die deutschen Humoristen als erstaunlich anpassungsfähig: Terror und Verfolgung herrschen, doch die Narretei produziert unbeirrt gute Laune. Derweil spotten Schweizer Narren zuweilen mutig über die braunen Herrscher. Wenig überraschend, knüpfen Narrengesellschaften nach dem Ende von Diktatur, Krieg und Holocaust nahtlos an ihre Traditionen vor 1939 an.

Seit den 1950er Jahren erzielt vor allem die Bühnenfasnacht sensationelle Erfolge: Stars wie Karl Steuer und Helmut Faßnacht berühren die Menschen und machen die Narretei am Bodensee durch Radio- und Fernsehübertragungen weithin bekannt.

Die große Sonderausstellung, ein im Thorbecke Verlag erschienenes Begleitbuch und ein eigens produzierter Dokumentarfilm erzählen mit unbekannten Bildern, seltenen Relikten und Filmmaterial eine etwas andere Geschichte der Fasnacht: Berührend, spannend und mit kritischem Blick auf manche Selbstdarstellung der organisierten Narretei.

Der Dokumentarfilm ist im Rahmen der Sonderausstellung „Maskeraden – Als die Fasnacht noch Fasching hieß“ entstanden.

Die Ausstellung war vom 17.Mai 2025 bis 11. Januar 2026 im Richentalsaal im Kulturzentrum am Münster zu sehen.

Ein Film von Tobias Engelsing und Teresa Renn. Der Film ist auf dem Youtube-Kanal der Städtischen Museen zu sehen.

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