Aktuelles

Konstanzer Kostbarkeiten: Karl Christoph Freiherr von Röder von Diersburg (1789–1871)

Marie Ellenrieder (1791–1863), 1821

Der frühere badische Offizier und Teilnehmer an den Befreiungskriegen gegen Napoleon, liebte Marie Ellenrieder, seit er sie um 1818 das erste Mal getroffen hatte. Wie sie fühlte er sich als Künstler, malte und musizierte und führte ein auskömmliches Leben als Erbe eines Weingutes in Diersburg bei Offenburg. Seinen Heiratsantrag lehnte die erfolgreiche, mit Aufträgen des badischen Hofes bedachte Malerin ab, sie wollte keine abhängige Ehefrau werden: „Der ledige Stand ist eben in der Kunst der Beste. Man arbeitet, lebt und stirbt leichter.“

Baron von Röder blieb ledig und seiner Angebeteten ein Leben lang treu ergeben: Man schrieb sich, verbrachte gemeinsame Kurtage und stand sich in schweren Zeiten bei. Nach Ellenrieders Tod kümmerte er sich um ihre gebrechliche Schwester Josefine, sie schenkte ihm als Dank eine Haarlocke der Toten.

Sammlung Rosgartenmuseum


Konstanzer Kostbarkeiten: Gretchen Weber

Die junge Frau im weißen Spitzenkleid war die Tochter des 1888 zum Konstanzer Oberbürgermeister gewählten Juristen Franz Weber. In Heidelberg geboren verbrachte sie eine privilegierte Kindheit am See. Als der deutsche Kaiser Wilhelm II. 1888 Konstanz besuchte, war es das kleine Gretchen, das am Hafen den Willkommens-Blumenstrauß überreichen durfte. Zu ihrer Hochzeit mit dem Bankier und Weingutsbesitzer Julius Huber aus Achern, die im Dezember 1911 im damaligen Hotel „Hecht“ am Fischmarkt gefeiert wurde, schickte die badische Großherzogin Luise ein Glückwunschtelegramm. Nach der Hochzeit zog Margarete in ihre neue Heimat Achern. Dort bekam sie ihren Sohn Rolf. 1936 starb Margarete Huber, erst 53-jährig.

Das Porträt der 17-Jährigen ist als so genanntes Bruststück ausgeführt. Die Raffung des Kleides deutet die schlanke Taille der jungen Frau an.

Neuzugang zur Sammlung Rosgartenmuseum


Konstanzer Kostbarkeiten: Die drei Söhne Krummacher

Hans Sauerbruch (1910–1996), 1952/53 57

Der Kinderarzt Dr. Gerhard Krummacher war im kalten Winter 1946/47 mit seiner Familie nach Konstanz gekommen. In der Zumsteinstraße 11 fand die Familie mit drei Söhnen ein geräumiges Zuhause, in dem auch die Kinderarztpraxis Platz hatte. Vater Krummacher, der Kinderarzt der Familie Bernadotte auf der Mainau war, wollte seine Frau Gisela mit einem Bildnis der drei Söhne zu Weihnachten überraschen. Als Mitglied des Kunstvereins war ihm der Künstler Hans Sauerbruch persönlich bekannt und so schickte er seine Söhne, unter größter Geheimhaltung, zu zahlreichen Sitzungen in Sauerbruchs Atelier in die Brauneggerstraße. Dank der frischen Kekse die die Frau des Künstlers den drei Brüdern zusteckte, ertrugen sie den aufwändigen Entstehungsprozess, der über mehrere Entwürfe und Kohlezeichnungen schließlich zum Ölgemälde führte.

Das Porträt zeigt links den jüngsten Bruder Michael, in der Mitte den ältesten Gerhard und rechts Christoph.

Sammlung Rosgartenmuseum


Feierliche Eröffnung des neuen Kunstdepots

Eine der Hauptaufgaben von Museen ist es, Kunst- und Kulturgüter zu sammeln, um sie für spätere Zeiten zu bewahren. Dazu braucht man Platz. Deshalb wurde 2015 der Bau eines neuen Kunstdepots vom Gemeinderat beschlossen und auf den Weg gebracht.   Nun ist der Neubau im Industriegebiet fertig und wurde am Samstag, den 6. April von Oberbürgermeister Uli Burchardt, Museumsdirektor Tobias Engelsing und Vorsitzender der Museumsgesellschaft Anselm Venedey, gemeinsam mit rund 150 Gästen feierlich seiner Bestimmung übergeben. Somit hat die Sammlung der Städtischen Museen das erste Mal seit 150 Jahren eine fachgerecht gebündelte Aufbewahrung unter einem Dach. Ein historischer Moment für die Konstanzer Museen.   Mit dem zweigeschossigen Bau ist künftig eine optimale Lagerung, Restaurierung und Konservierung der wertvollen Zeugnisse der Konstanzer Vergangenheit möglich. Auch die Forschung und der Leihverkehr erhalten mit dem Kunstdepot eine optimale Grundlage. Die 3,35 Millionen teure Investition der Stadt Konstanz bietet auf 800 qm dafür die geeignete Nutzfläche. Die Gesellschaft der Freunde des Rosgartenmuseums hat mit einer großzügigen Spende von 70.000 Euro die Gemäldezuganlage finanziert.  Wie Museumsdirektor Tobias Engelsing betont „kommen die Städtischen Museen Konstanz mit dem neuen Kunstdepot museumstechnisch endlich im 21. Jahrhundert an und unterstreichen die Bedeutung Konstanz als kulturelles Oberzentrum der Region“. Broschüre Kunstdepot 2019

Konstanzer Kostbarkeiten: Kardinal Damian Hugo von Schönborn (1676–1743)

Unbekannter Künstler, um 1740

Nur drei Jahre lang amtierte Kardinal von Schönborn als Fürstbischof von Konstanz, dann starb er an den Folgen einer Malaria-Erkrankung. Begonnen hatte seine Karriere ganz weltlich: Nach Studium und Aufnahme in den Deutschorden, trat der gebürtige Mainzer in militärische und diplomatische Dienste am Wiener Hof ein. Auf 8

Betreiben des Kaisers Josef I. wurde er 1715 ins Kardinalskollegium berufen, erst anschließend empfing er die kirchlichen Weihen. Ab 1719 war von Schönborn Bischof von Speyer, dort realisierte er prachtvolle Barockbauten. Bereits 1722 berief das Konstanzer Domkapitel ihn zum Koadjutor des Bistums – das Amt des Bischofs trat er jedoch erst 18 Jahre später an. Von ihm angestoßene Reformen in Verwaltung und Priesterseminar machte das konservative Domkapitel nach seinem Tod wieder rückgängig. Das Verhältnis des Fürstbischofs zu seinem zweiten Bistum Konstanz blieb distanziert. Doch sein Baumeister, der berühmte Balthasar Neumann, hinterließ in seinem Auftrag Spuren am Bodensee: Die nach Plänen des „Star-Architekten“ gebaute prächtige Treppe im Neuen Schloss von Meersburg zeugt vom Repräsentationsbedürfnis der Konstanzer Fürstbischöfe.

Das barocke Amtsporträt zeigt von Schönborn mit Kardinalskappe auf dem lockigen Haar, den Blick fest auf den Betrachter gerichtet.

Sammlung Rosgartenmuseum


Kunstnacht Konstanz-Kreuzlingen 2019 – Programm im Rosgartenmuseum

Am Samstag, 30. März, findet von 18 bis 24 Uhr die Kunstnacht Konstanz-Kreuzlingen 2019 statt. Das Rosgartenmuseum ist ebenfalls dabei. Was euch erwartet? Viele spannende Dinge:

In einer exclusiven Kunstnacht-Ausstellung zeigen wir zauberhafte wie eindrucksvolle Ansichten des Bodensees aus den den Sammlungen der Städtischen Museen. Die Gäste werden eingeladen die künstlerischen Interpretationen zu erkunden. Im Aktionsraum darf jeder selbst kreativ tätig werden und zusätzlich die Werke aus dem Kunstclub! zu bestaunen.

Das Museumscafé verwandelt sich zur Kunstnacht in die "Rosgarten-Lounge". Hier könnt ihr bei einem selbst kreierten Rosgarten-Cocktail entspannen und den weiteren Abend planen.

Wir freuen uns auf euren Besuch! Bleibt kreativ!


Kunstclub!: Wasser, Idylle, Bodensee – Wasser in der Kunst

"Wasser" war das Thema beim zweiten Kunstclub!-Termin im Rosgartenmuseum. Die Kunstwissenschaftlerin Anna Katharina Thaler führte ins Thema ein, unter der Anleitung von Luise Merle wurden die Teilnehmenden dann selbst kreativ. Welche Werke dabei entstanden sind, können Sie am 30. März ab 18 Uhr bei der "Kunstnacht Konstanz-Kreuzlingen 2019" bewundern. Und natürlich auch selbst kreativ werden.

Der nächste Kunstclub! am 10. Mai beschäftigt sich mit der abstrakten Kunst.


Konstanzer Kostbarkeiten: Seestück beim Hörnle von Richard Liebermann

Seestück beim Hörnle

Mit 12 Jahren wurde das Talent des taubstummen Richard Liebermann (1900–1966) entdeckt und er konnte die Münchner Kunstakademie besuchen. Den Schwerpunkt seines Schaffens bildeten Landschaftsgemälde, Stillleben aber auch Portraits. Mit der Machtergreifung der Nazis wurde sein künstlerisches Arbeiten unterbunden. 1935 zieht die Familie nach Konstanz, die Heimatstadt der Mutter. Nach der Sprengung der Konstanzer Synagoge 1938 wurde der Maler nach Dachau verschleppt. Im Winter kehrte Liebermann zurück, bis er 1940 nach Gurs deportiert wurde. 1943 flüchtete er von dort in das Kloster St. Rambert, wo er den Krieg überlebte.

Obwohl der Großteil seines Werks von den Nazis zerstört wurde, konnte Liebermann Fotografien einiger Arbeiten sichern, die er in einem Lederetui stets bei sich trug. Darunter findet sich eine schwarz-weiß Fotografie eines Ölbildes von 1930, das eine Ufer-Landschaft zeigt. Das Bild gilt als verschollen, doch befindet sich in der Sammlung des Rosgartenmuseums ein ganz ähnliches Gemälde Liebermanns. Das „Seestück am Hörnle“ von 1932 zeigt den Blick auf das mit Pappeln bewachsene Hörnle-Ufer bei niedrigem Wasserstand, im Hintergrund zeichnet sich das Schweizer Ufer ab. Diese und weitere zauberhafte Ansichten des Bodensees sind anlässlich der Kunstnacht am 30. März im „Kunstsalon“ des Rosgartenmuseums zu sehen.


Thema des Monats: Der japanisierende Farbholzschnitt als Kunstform des Jugendstils

Am Mittwoch, 13. März hieß es wieder einmal "Thema des Monats" im Zunftsaal des Rosgartenmuseums. Der geschätzte Museumskollege und Direktor des Historischen und Völkerkunde-Museums St. Gallen, Dr. Daniel Studer, hielt nicht nur einen spannenden Vortrag zur Entwicklung der Kunstform des japaniserenden Farbholzschnitts und stellte die Künstler*innen vor, sondern hatte uns auch zauberhafte Originale der St. Galler Künstlerin Martha Cunz mitgebracht. Ein spannendes Erlebnis, die Druckstöcke und die zugehörigen Blätter zu sehen! Wir bedanken uns für den tollen Abend!


Hinter den Kulissen: Unser Depot nimmt Gestalt an

Nachdem kräftig gewerkelt und gebaut wurde, kilometerweise Kabel und Rohre verlegt wurden, können nur nach und nach unsere Schätze in ihr neues Zuhause umziehen! Unser Technischer Dienst und unsere Restauratorin packen ein, fahren Objekte ins neue Depot, packen wieder aus und räumen ein. Ein paar Impressionen gibt´s heute.