Konstanz im Nationalsozialismus 1933 – 1945

Die neue Dauerausstellung – ab 25. Juni 2022

Präsente Vergangenheit
Der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg mit den deutschen Angriffskriegen gegen benachbarte Staaten und der singuläre Völkermord an den europäischen Juden und anderen Minderheiten liegen für jüngere Menschen in fernster Vergangenheit: Keine Großmutter erzählt mehr von der Angst um den Sohn an der Front, kein Großvater überschlägt eilig die Seite im Familienalbum, die ihn in SA-Uniform zeigt. Auch die meisten der überlebenden Opfer sind nicht mehr am Leben.
Doch mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist eine neu-alte Form des Imperialismus wieder zu einem bestimmenden Faktor der europäischen Gegenwart geworden. Der Krieg und seine wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verwerfungen sind auch in unserem Alltag und in der künftigen Sicherheitspolitik der europäischen Demokratien wieder präsent.

Was zeigen wir?
Wer die Geschichte kennt, kann die eigene Zeit besser verstehen. Deshalb machen wir die Vergangenheit von Totalitarismus und Krieg sichtbar: Wir zeigen, wie Freiheit und Rechtsstaat untergingen, erinnern an Verfolgung und Widerstand. Konkrete Beispiele machen anschaulich, was Menschen erlitten: Da ist die 20-jährige Konstanzerin, die zwangssterilisiert wurde, der Künstler, der Flüchtenden im Ruderboot über den See half, die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Kreuzlingen, die den 1940 deportierten Konstanzer Juden unermüdlich Hilfsgüterpakte ins Lager Gurs schickten. Während die Bevölkerungsmehrheit dem „Führer“ Adolf Hitler zujubelte, weil er Wohltaten versprach, wurden Oppositionelle, mutige Helferinnen und jüdische Menschen vor aller Augen ausgegrenzt und verfolgt. An diese Wenigen, an die Mutigen erinnern wir. Sie sind Vorbilder an Zivilcourage und Menschlichkeit.
Emotional aufgeladene Erinnerungsstücke, Filme, Fotos und Originalobjekte der Zeit vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Alltagsleben in Zeiten des Terrors.

Konstanz im Film
Unser neuer Dokumentarfilm (Regie: Teresa Renn) führt in das Konstanz der Nazizeit: Er zeigt heute noch sichtbare Zeugnisse der NS-Diktatur im Stadtbild, erzählt von Tätern, Opfern und Widerständigen und macht eindrucksvoll deutlich, dass historische Ereignisse zwar weit zurückliegen, aber immer noch in die Gegenwart heutiger Menschen hineinwirken können.
Der ca. 45-mütige Film ist im Museumskino zu sehen.

Führungsangebot

Öffentliche Führungen:
jeden Sonntag um 14 Uhr (außer 1. Sonntag im Monat)
weitere Termine finden Sie hier im Kalender.

Führungsgebühr bei öffentlichen Führungen: 2 Euro pro Person

Rahmenprogramm siehe Flyer

Gruppenführungen auf Anmeldung
Kontakt: lisa.foege@konstanz.de oder 0049 (0)7531 / 900-2851