In Maries Genfer Elternhaus finden Ende der 1840er-Jahre revolutionäre Flüchtlinge aus mehreren Ländern Aufnahme. Darunter ist 1849 auch der geflohene Finanzminister der badischen Revolutionsregierung, Amand Goegg. Ihn erwartet in Baden die Todesstrafe. Marie Pouchoulin und Amand heiraten. Über ihn kommt Marie in Kontakt mit pazifistischen Gruppen und der entstehenden Arbeiterbewegung. Gemeinsam mit anderen Frauen ruft sie 1868 die erste internationale Frauenbewegung ins Leben und gründet die erste feministische Zeitschrift der Schweiz. Entschieden setzt Marie sich für das Frauenstimmrecht ein. Mit Hilfe einer Petition an den Schweizer Bundesrat erreicht sie, dass 1872 die ersten Frauen an der Universität Genf zum Studium zugelassen werden. Marie Goegg-Pouchoulin stirbt 1899 in Genf.

An diese und weitere Vorkämpferinnen der Gleichberechtigung erinnert das Rosgartenmuseum in seiner Sonderausstellung „„Jetzt machen wir Republik“ Die Revolution von 1848/49 in Baden“, die bis 7. Januar 2024 im Kulturzentrum am Münster zu sehen ist.

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