Aktuelles
Konstanzer Kostbarkeiten: Karl Gottfried Laux (1879–1924)
Hans Breinlinger (1888–1963), 1912
Humorvoll, Vater dreier Töchter, talentierter Turner, Sänger und poetischer Dichter: Der Konstanzer Kreisamtmann Karl Laux war beliebt und geachtet. Als jüngstes von elf Kindern in Sinsheim geboren, gewann er bereits zu Schulzeiten Preise als Turner. Nach Konstanz kam Laux 1899 durch seine Stelle bei der Kreisverwaltung. Er prägte das Vereinsleben der Stadt, organisierte Turnfeste, schrieb Gedichte, die an Sängerabenden vorgetragen wurden und war aktives Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde. Mit nur 44 Jahren starb Karl Laux 1924 an den Folgen eines Schlaganfalls. Das Porträt zeigt ihn noch vor seinem Einsatz an der Westfront im Ersten Weltkrieg.
Sammlung Rosgartenmuseum
Konstanzer Kostbarkeiten: Jacob Bührer (1828–1914)
Eduard Bäumer, 1919
Das Herz der internationalen Ziegelindustrie schlug zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Zeit lang in der Konstanzer Schottenstraße: Dort erfand Jacob Bührer einen neuartigen Brenn- und Trockenofen mit dem sich bei enormer Kohleersparnis die Produktionszahlen steigern ließen und zudem Personal gespart werden konnte. Die Bührer-Ziegelei-Anlagen wurden weltweit zum Verkaufsschlager: Im Jahr 1912 konnten knapp 2 Milliarden Ziegelsteine in 402 Trockenöfen produziert werden. Jacob Bührer war in der Nähe von Schaffhausen aufgewachsen und hatte bereits als Zehnjähriger in der Ziegelei seines Vaters den Umgang mit Ton und Brennöfen erlernt. Nach seiner Ingenieursausbildung war er kurzzeitig als Lehrer tätig gewesen, kehrte jedoch bald wieder in das angestammte Berufsfeld zurück und gründete ein eigenes Ingenieursbüro in Konstanz. Das Porträt, das den Bautechniker in ein Schriftstück vertieft zeigt, wurde erst fünf Jahre nach seinem Tod in Auftrag gegeben.
Sammlung Rosgartenmuseum
Thema des Monats Februar „Kapitän Franz Romer“
Gestern Abend hieß es im Rosgartenmuseum wieder „Thema des Monats“: Der Historiker Frank Martin sprach über den aus Dettingen stammenden „Atlantikbezwinger“ Franz Romer. Die Gäste im vollbesetzten Zunftsaal staunten über den Werdegang des technikaffinen Bodensee-Jungen und sein waghalsiges Abenteuer der Altlatiküberquerung im kleinen Faltboot.
Kunstclub! – „Monochrome Malerei“
Am Freitag, 1. Februar, kamen 15 Kreativköpfe im Rosgartenmuseum zum ersten Termin des Kunstclubs zusammen. Nach einer kurzen Einführung in das Thema „Monochrome Malerei“ wurden die Pinsel geschwungen. Und heraus kamen richtige Meisterwerke! In lockerer Atmosphäre wurde geplaudert, gelacht und gelobt und am Ende konnten alle mehrere tolle Malereien mitnehmen. Und zum Schluss wurde noch beschlossen, dass man sich im Kunstclub duzt, schließlich sind hier alle KünstlerInnen unter sich. Wir freuen uns auf den nächsten Termin.
Wenn man mit einem neuen Format startet, ist man ganz hibbelig, ob es auch angenommen wird. Deshalb sind wir immer noch ganz aus dem Häuschen, dass unser neues Format „Das Leben ist eine Leinwand – der Kunstclub!“ so großartig gestartet ist! Gleich beim ersten Termin ausverkauft zu sein, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Vielen lieben Dank an alle Teilnehmenden, wir haben uns sehr gefreut, dass ihr da wart!
Was der Kunstclub ist und welche Termine noch folgen, könnt ihr hier nachlesen.
Konstanzer Kostbarkeiten: Maximilian Christoph von Rodt (1717–1800)
Unbekannter Künstler, Ende 18. Jh.
Als im Dezember 1775 ein neuer Fürstbischof gewählt wurde, geschah etwas für die Reichskirche ungewöhnliches: Der Bruder des eben verstorbenen Bischofs wurde gewählt. Maximilian Christoph von Rodt, war seit 1739 Domherr in Konstanz gewesen und hatte in Freiburg, Rom und Siena studiert. Ausschlaggebend für seine Wahl zum Bischof dürfte seine materielle Lage gewesen sein: Er war Alleinerbe seines sehr wohlhabenden Bruders Franz Konrad und damit der geeignete Kopf für das Bistum, dessen Schulden er teils tilgte. Vom modernen Geist der Aufklärung inspiriert ist das „Segensbuch“, das der neue Bischof 1781 herausgab. Das Handbuch schlägt neue Töne an: Höchst rationalistisch wird die natürliche Ursache von Krankheiten erklärt. Der Bischof bricht so mit dem Bild von der göttlichen Strafe. Auch sind es nicht Dämonen, sondern die schlechte Luft und verdorbenes Futter, die das Vieh krank machen. Bischof von Rodt starb 82-jährig, auf eigenen Wunsch wurde er nicht im Münster, sondern neben seinem Bruder in der Pfarrkirche von Meersburg beigesetzt.
Das Porträt zeigt den Fürstbischof im Hermelinumhang mit Beffchen. In der Hand ein rotes Büchlein, das als Hinweis auf das Segensbuch verstanden werden kann.
Sammlung Rosgartenmuseum