Aktuelles
Konstanzer Kostbarkeiten: Gretchen Weber
Die junge Frau im weißen Spitzenkleid war die Tochter des 1888 zum Konstanzer Oberbürgermeister gewählten Juristen Franz Weber. In Heidelberg geboren verbrachte sie eine privilegierte Kindheit am See. Als der deutsche Kaiser Wilhelm II. 1888 Konstanz besuchte, war es das kleine Gretchen, das am Hafen den Willkommens-Blumenstrauß überreichen durfte. Zu ihrer Hochzeit mit dem Bankier und Weingutsbesitzer Julius Huber aus Achern, die im Dezember 1911 im damaligen Hotel „Hecht“ am Fischmarkt gefeiert wurde, schickte die badische Großherzogin Luise ein Glückwunschtelegramm. Nach der Hochzeit zog Margarete in ihre neue Heimat Achern. Dort bekam sie ihren Sohn Rolf. 1936 starb Margarete Huber, erst 53-jährig.
Das Porträt der 17-Jährigen ist als so genanntes Bruststück ausgeführt. Die Raffung des Kleides deutet die schlanke Taille der jungen Frau an.
Neuzugang zur Sammlung Rosgartenmuseum
Konstanzer Kostbarkeiten: Die drei Söhne Krummacher
Hans Sauerbruch (1910–1996), 1952/53 57
Der Kinderarzt Dr. Gerhard Krummacher war im kalten Winter 1946/47 mit seiner Familie nach Konstanz gekommen. In der Zumsteinstraße 11 fand die Familie mit drei Söhnen ein geräumiges Zuhause, in dem auch die Kinderarztpraxis Platz hatte. Vater Krummacher, der Kinderarzt der Familie Bernadotte auf der Mainau war, wollte seine Frau Gisela mit einem Bildnis der drei Söhne zu Weihnachten überraschen. Als Mitglied des Kunstvereins war ihm der Künstler Hans Sauerbruch persönlich bekannt und so schickte er seine Söhne, unter größter Geheimhaltung, zu zahlreichen Sitzungen in Sauerbruchs Atelier in die Brauneggerstraße. Dank der frischen Kekse die die Frau des Künstlers den drei Brüdern zusteckte, ertrugen sie den aufwändigen Entstehungsprozess, der über mehrere Entwürfe und Kohlezeichnungen schließlich zum Ölgemälde führte.
Das Porträt zeigt links den jüngsten Bruder Michael, in der Mitte den ältesten Gerhard und rechts Christoph.
Sammlung Rosgartenmuseum
Feierliche Eröffnung des neuen Kunstdepots
Eine der Hauptaufgaben von Museen ist es, Kunst- und Kulturgüter zu sammeln, um sie für spätere Zeiten zu bewahren. Dazu braucht man Platz. Deshalb wurde 2015 der Bau eines neuen Kunstdepots vom Gemeinderat beschlossen und auf den Weg gebracht.
Nun ist der Neubau im Industriegebiet fertig und wurde am Samstag, den 6. April von Oberbürgermeister Uli Burchardt, Museumsdirektor Tobias Engelsing und Vorsitzender der Museumsgesellschaft Anselm Venedey, gemeinsam mit rund 150 Gästen feierlich seiner Bestimmung übergeben. Somit hat die Sammlung der Städtischen Museen das erste Mal seit 150 Jahren eine fachgerecht gebündelte Aufbewahrung unter einem Dach. Ein historischer Moment für die Konstanzer Museen.
Mit dem zweigeschossigen Bau ist künftig eine optimale Lagerung, Restaurierung und Konservierung der wertvollen Zeugnisse der Konstanzer Vergangenheit möglich. Auch die Forschung und der Leihverkehr erhalten mit dem Kunstdepot eine optimale Grundlage. Die 3,35 Millionen teure Investition der Stadt Konstanz bietet auf 800 qm dafür die geeignete Nutzfläche. Die Gesellschaft der Freunde des Rosgartenmuseums hat mit einer großzügigen Spende von 70.000 Euro die Gemäldezuganlage finanziert. Wie Museumsdirektor Tobias Engelsing betont „kommen die Städtischen Museen Konstanz mit dem neuen Kunstdepot museumstechnisch endlich im 21. Jahrhundert an und unterstreichen die Bedeutung Konstanz als kulturelles Oberzentrum der Region“.
Konstanzer Kostbarkeiten: Kardinal Damian Hugo von Schönborn (1676–1743)
Unbekannter Künstler, um 1740
Nur drei Jahre lang amtierte Kardinal von Schönborn als Fürstbischof von Konstanz, dann starb er an den Folgen einer Malaria-Erkrankung. Begonnen hatte seine Karriere ganz weltlich: Nach Studium und Aufnahme in den Deutschorden, trat der gebürtige Mainzer in militärische und diplomatische Dienste am Wiener Hof ein. Auf 8
Betreiben des Kaisers Josef I. wurde er 1715 ins Kardinalskollegium berufen, erst anschließend empfing er die kirchlichen Weihen. Ab 1719 war von Schönborn Bischof von Speyer, dort realisierte er prachtvolle Barockbauten. Bereits 1722 berief das Konstanzer Domkapitel ihn zum Koadjutor des Bistums – das Amt des Bischofs trat er jedoch erst 18 Jahre später an. Von ihm angestoßene Reformen in Verwaltung und Priesterseminar machte das konservative Domkapitel nach seinem Tod wieder rückgängig. Das Verhältnis des Fürstbischofs zu seinem zweiten Bistum Konstanz blieb distanziert. Doch sein Baumeister, der berühmte Balthasar Neumann, hinterließ in seinem Auftrag Spuren am Bodensee: Die nach Plänen des „Star-Architekten“ gebaute prächtige Treppe im Neuen Schloss von Meersburg zeugt vom Repräsentationsbedürfnis der Konstanzer Fürstbischöfe.
Das barocke Amtsporträt zeigt von Schönborn mit Kardinalskappe auf dem lockigen Haar, den Blick fest auf den Betrachter gerichtet.
Sammlung Rosgartenmuseum
Kunstnacht Konstanz-Kreuzlingen 2019 – Programm im Rosgartenmuseum
Am Samstag, 30. März, findet von 18 bis 24 Uhr die Kunstnacht Konstanz-Kreuzlingen 2019 statt. Das Rosgartenmuseum ist ebenfalls dabei. Was euch erwartet? Viele spannende Dinge:
In einer exclusiven Kunstnacht-Ausstellung zeigen wir zauberhafte wie eindrucksvolle Ansichten des Bodensees aus den den Sammlungen der Städtischen Museen. Die Gäste werden eingeladen die künstlerischen Interpretationen zu erkunden. Im Aktionsraum darf jeder selbst kreativ tätig werden und zusätzlich die Werke aus dem Kunstclub! zu bestaunen.
Das Museumscafé verwandelt sich zur Kunstnacht in die „Rosgarten-Lounge“. Hier könnt ihr bei einem selbst kreierten Rosgarten-Cocktail entspannen und den weiteren Abend planen.
Wir freuen uns auf euren Besuch! Bleibt kreativ!