Aktuelles
Eröffnung „Der gefährliche See“
Am Mittwoch, den 26. Juni haben wir unsere Sonderausstellung „Der gefährliche See – Wetterextreme und Unglücksfälle an Bodensee und Alpenrhein“ eröffnet. Bei knackig heißen Temperaturen kamen über 700 Gäste ins Konzil, lauschten gespannt den Ausführungen von Prof. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a.D., zum Klimawandel und stießen mit einem kühlen Glas Spitalkellerei-Wein auf das große Ausstellungsprojekt an.
Konstanzer Kostbarkeiten: Karl Christoph Freiherr von Röder von Diersburg (1789–1871)
Marie Ellenrieder (1791–1863), 1821
Der frühere badische Offizier und Teilnehmer an den Befreiungskriegen gegen Napoleon, liebte Marie Ellenrieder, seit er sie um 1818 das erste Mal getroffen hatte. Wie sie fühlte er sich als Künstler, malte und musizierte und führte ein auskömmliches Leben als Erbe eines Weingutes in Diersburg bei Offenburg. Seinen Heiratsantrag lehnte die erfolgreiche, mit Aufträgen des badischen Hofes bedachte Malerin ab, sie wollte keine abhängige Ehefrau werden: „Der ledige Stand ist eben in der Kunst der Beste. Man arbeitet, lebt und stirbt leichter.“
Baron von Röder blieb ledig und seiner Angebeteten ein Leben lang treu ergeben: Man schrieb sich, verbrachte gemeinsame Kurtage und stand sich in schweren Zeiten bei. Nach Ellenrieders Tod kümmerte er sich um ihre gebrechliche Schwester Josefine, sie schenkte ihm als Dank eine Haarlocke der Toten.
Sammlung Rosgartenmuseum
Konstanzer Kostbarkeiten: Gretchen Weber
Die junge Frau im weißen Spitzenkleid war die Tochter des 1888 zum Konstanzer Oberbürgermeister gewählten Juristen Franz Weber. In Heidelberg geboren verbrachte sie eine privilegierte Kindheit am See. Als der deutsche Kaiser Wilhelm II. 1888 Konstanz besuchte, war es das kleine Gretchen, das am Hafen den Willkommens-Blumenstrauß überreichen durfte. Zu ihrer Hochzeit mit dem Bankier und Weingutsbesitzer Julius Huber aus Achern, die im Dezember 1911 im damaligen Hotel „Hecht“ am Fischmarkt gefeiert wurde, schickte die badische Großherzogin Luise ein Glückwunschtelegramm. Nach der Hochzeit zog Margarete in ihre neue Heimat Achern. Dort bekam sie ihren Sohn Rolf. 1936 starb Margarete Huber, erst 53-jährig.
Das Porträt der 17-Jährigen ist als so genanntes Bruststück ausgeführt. Die Raffung des Kleides deutet die schlanke Taille der jungen Frau an.
Neuzugang zur Sammlung Rosgartenmuseum
Konstanzer Kostbarkeiten: Die drei Söhne Krummacher
Hans Sauerbruch (1910–1996), 1952/53 57
Der Kinderarzt Dr. Gerhard Krummacher war im kalten Winter 1946/47 mit seiner Familie nach Konstanz gekommen. In der Zumsteinstraße 11 fand die Familie mit drei Söhnen ein geräumiges Zuhause, in dem auch die Kinderarztpraxis Platz hatte. Vater Krummacher, der Kinderarzt der Familie Bernadotte auf der Mainau war, wollte seine Frau Gisela mit einem Bildnis der drei Söhne zu Weihnachten überraschen. Als Mitglied des Kunstvereins war ihm der Künstler Hans Sauerbruch persönlich bekannt und so schickte er seine Söhne, unter größter Geheimhaltung, zu zahlreichen Sitzungen in Sauerbruchs Atelier in die Brauneggerstraße. Dank der frischen Kekse die die Frau des Künstlers den drei Brüdern zusteckte, ertrugen sie den aufwändigen Entstehungsprozess, der über mehrere Entwürfe und Kohlezeichnungen schließlich zum Ölgemälde führte.
Das Porträt zeigt links den jüngsten Bruder Michael, in der Mitte den ältesten Gerhard und rechts Christoph.
Sammlung Rosgartenmuseum
Feierliche Eröffnung des neuen Kunstdepots
Eine der Hauptaufgaben von Museen ist es, Kunst- und Kulturgüter zu sammeln, um sie für spätere Zeiten zu bewahren. Dazu braucht man Platz. Deshalb wurde 2015 der Bau eines neuen Kunstdepots vom Gemeinderat beschlossen und auf den Weg gebracht.
Nun ist der Neubau im Industriegebiet fertig und wurde am Samstag, den 6. April von Oberbürgermeister Uli Burchardt, Museumsdirektor Tobias Engelsing und Vorsitzender der Museumsgesellschaft Anselm Venedey, gemeinsam mit rund 150 Gästen feierlich seiner Bestimmung übergeben. Somit hat die Sammlung der Städtischen Museen das erste Mal seit 150 Jahren eine fachgerecht gebündelte Aufbewahrung unter einem Dach. Ein historischer Moment für die Konstanzer Museen.
Mit dem zweigeschossigen Bau ist künftig eine optimale Lagerung, Restaurierung und Konservierung der wertvollen Zeugnisse der Konstanzer Vergangenheit möglich. Auch die Forschung und der Leihverkehr erhalten mit dem Kunstdepot eine optimale Grundlage. Die 3,35 Millionen teure Investition der Stadt Konstanz bietet auf 800 qm dafür die geeignete Nutzfläche. Die Gesellschaft der Freunde des Rosgartenmuseums hat mit einer großzügigen Spende von 70.000 Euro die Gemäldezuganlage finanziert. Wie Museumsdirektor Tobias Engelsing betont „kommen die Städtischen Museen Konstanz mit dem neuen Kunstdepot museumstechnisch endlich im 21. Jahrhundert an und unterstreichen die Bedeutung Konstanz als kulturelles Oberzentrum der Region“.