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Appenzeller Modewelt: Besuch der Ferggerin

Der in Zürich geborene Kunstmaler Hans Caspar Ulrich veranschaulicht den Besuch der gut gekleideten „Ferggerin“ in einer Appenzeller Stickstube. Die St. Galler Stickerei-Fabriken konzentrierten sich ab 1850 auf die Produktion von Maschinenstickereien. Sogenannte „Ferggerinnen“ übernahmen den Handel zwischen den Handstickerinnen und den großen Pariser Modehäusern. Die Ferggerin vereinbarte den Preis, stand für die Qualität und für termingerechte Fertigstellung der Stickaufträge ein.

Diese und weitere Einblicke in die frühe Textilindustrie sind bis zum 5. Januar 2025 in der Ausstellung „Wir schaffen was! Arbeitswelten in der Kunst am Bodensee“ im Rosgartenmuseum zu sehen.

Hans Caspar Ulrich: „Die Ferggerin“, Öl auf Leinwand, 1921, ©Museum Appenzell


Auf dem Bau

Willi Wenks monochromer Holzschnitt veranschaulicht die monotone Arbeitsroutine auf dem Bau. Als Mitbegründer der Gruppe Xylon, einer Vereinigung von Holzschnitzern, schuf er immer wieder Werke, die sich mit Dynamik und Routine auf dem Bau auseinandersetzen.

Schaut gerne in unserer Ausstellung „Wir schaffen was! Arbeitswelten in der Kunst am Bodensee“ im Rosgartenmuseum vorbei.

Willi Wenk: „o.T. (Arbeiter)“, Holzschnitt, o.J., ©Kunstmuseum Thurgau


Alltag auf dem See

Im Stil des süddeutschen Impressionismus hält Kappis in lockerer Malweise die Szene der Fischer am Ufer von Staad fest. Die Boote liegen bereits am Strand oder werden gerade ans Ufer gezogen. Das Tagwerk der Fischerzunft ist getan. Die Fischerei war ein mühseliges und durch rasche Wetterumbrüche auf dem See auch ein gefährliches Geschäft. Trotzdem arbeiteten um 1900 rund 600 Berufsfischer auf dem Obersee, 100 am Untersee.

Die Fischerei sowie viele weitere historische Arbeitsbereiche gibt es bis zum 5. Januar 2025 in der Ausstellung „Wir schaffen was! Arbeitswelten in der Kunst am Bodensee“ im Rosgartenmuseum zu bewundern. 

Albert Kappis: „Strand in Staad“, Öl auf Leinwand, um 1904, ©Rosgartenmuseum Konstanz


Der Bauer und seine Kühe 

Im leuchtend blau-rot-weißen Farbfeld sehen wir erst auf den zweiten Blick die Darstellung des Bauern mit seinen Kühen, im Hintergrund die sanften Hügel. Der Expressionist Breinlinger setzt die Alltagsszene ausgesprochen theatralisch in Szene. Dieses faszinierende Gemälde gibt es bis zum 5. Januar 2025 in der Ausstellung „Wir schaffen was! Arbeitswelten in der Kunst am Bodensee“ bei uns im Rosgartenmuseum zu sehen.

Hans Breinlinger: „Bauer mit Kühen“, Tempera auf Papier, 1932, ©Städt. Wessenberg-Galerie


Die Gemüseinsel Reichenau

Einst bedeckten Rebflächen die Reichenau, bis Schädlinge den Wein vernichteten. Seit 100 Jahren kennen wir die Insel als Gemüseland. Die Beete in der Nähe der Häuser tragen Rotkohl und Stangenbohnen.

Diese und viele weitere frühe Zeugnisse der Arbeitswelt sind bis zum 5. Januar 2025 in der Ausstellung „Wir schaffen was! Arbeitswelten in der Kunst am Bodensee“ im Rosgartenmuseum zu sehen.

Bernhard Schneider-Blumberg: „Gemüseland Reichenau“, Öl auf Malpappe, 1935, ©Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz