Aktuelles

Netzwerk der Bodensee Museen feiert Jubiläum

Seit 30 Jahren verbindet der Verein Museen und Schlösser Euregio Bodensee Museumsfachleute aus allen Anrainerstaaten und bietet eine Plattform zum länderübergreifenden Austausch.


Im Juni 1994 kamen im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz 24 Museumleute zusammen, um einen Verein zur Vernetzung der Museen und Schlösser rund um den Bodensee zu gründen. Ein Geist des Aufbruchs wehte über den Bodensee: Die Grenzen waren offen, erstmals seit fast 100 Jahren konnten Menschen und Waren frei im Kulturraum Bodensee zirkulieren. So stand auch bei der Vereinsgründung ein europäischer Gedanke im Mittelpunkt. Länderübergreifend sollte ein Netzwerk zur Förderung des kulturellen und geschichtlichen Reichtums der Bodenseeregion geschaffen werden.
Dreißig Jahre später kann sich der Verein dieses Anliegen stolz auf die Fahnen schreiben: 113 Museen und Schlösser aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein bilden ein vitales Netzwerk des professionellen Austauschs und der identitätsstiftenden Kulturarbeit. Mehrfach im Jahr besuchen sich die Mitglieder gegenseitig und lernen auf den sogenannten NüdZ-Terminen (den Nachbarn über den Zaun geschaut) die Häuser und die Kulturarbeit der anderen kennen. Feste Bande sind entstanden, und die Museumslandschaft stärkt sich gegenseitig.


Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, die im neuen Museum der Pfahlbauten in Unteruhldingen stattfand, wurden der 30. Geburtstag gefeiert und die Weichen für die nächsten 30 Jahre gestellt. Turnusgemäss wechselte die Präsidentschaft nach drei Jahren von einem Land in das nächste. So konnte Dr. Lisa Foege, stellvertretende Museumsleiterin des Konstanzer Rosgartenmuseums, den Staffelstab über den Konstanzer Trichter in die Schweiz weiterreichen. Zum neuen Präsidenten wurde Christian Hunziker, Leiters des Seemuseums in Kreuzlingen, gewählt.
Für alle, die Lust bekommen haben, die reiche Museumslandschaft um den Bodensee herum zu erkunden, empfiehlt sich ein Blick auf die Webseite des Vereins. Unter www.bodenseemuseen.org präsentieren sich alle 113 Mitglieder und laden ein zur kulturellen Entdeckungsreise rund um den Bodensee.


Zeichnungen des bekannten Heimatforschers Alfons Beck im Museum

Die Sammlung aus dem Nachlass des Heimatforschers Alfons Beck (1890 – 1968) berichtet von einem bewegten Leben, das ganz der Forschung und der Kunst gewidmet war. Der gebürtige Pforzheimer war vor 1914 als Lehrer an der deutschen Schule in Tanger, Marokko tätig, während des Ersten Weltkriegs führte ihn das Kriegsgeschehen in den Nahen Osten, nach Palästina und in die Türkei. Ab 1925 fanden Beck und seine ebenfalls künstlerisch begabte Frau Tilly Beck-Ziegler eine neue Heimat in Konstanz, wo er als Denkmalpfleger für Ur- und Frühgeschichte im Kreis Konstanz tätig war. Bei zahlreichen Grabungen und auf Wanderungen förderte der geologisch interessierte Heimatforscher hunderte Knochen und Keramik-Funde zutage, was ihm den Beinamen „Scherben-Beck“ einbrachte. Seine Enkelin Caterina Beck (li.) übergab die Zeichnungen ihrer Großeltern an die stellvertretende Museumsleiterin Lisa Foege (re.). Die feinen Bleistiftzeichnungen und Aquarelle flankieren nun die archäologischen Funde Becks, die sich bereits in der Sammlung des Rosgartenmuseum befinden.


Ein Nähsaal bei Schiesser

Trotz harter Arbeitsbedingungen blieben viele Betriebsangehörige wegen der guten Sozialleistungen ein Berufsleben lang „beim Schiesser.“ Diese und weitere fotografische Zeugnisse von Fabrikarbeit gibt es bis zum 5. Januar 2025 in der Ausstellung „Wir schaffen was! Arbeitswelten in der Kunst am Bodensee“ bei uns im Rosgartenmuseum zu sehen.

Nähsaal der Firma Schiesser  ©Stadtarchiv Radolfzell


Blick in die Rieter-Werke

In der Nachfolge des großen Adolf von Menzel wirft die Münchener Künstlerin einen Blick in die große Werkshalle der 1874 gegründeten Rieter-Werke. Der Schein des flüssigen Metalls beleuchtet die Arbeiter in der Gießerei. In Konstanz wurden Maschinen zur Ziegeleiproduktion hergestellt. 1900 konnte auf der Pariser Weltausstellung die erste Dachziegelrevolverpresse vorgestellt werden. 2009 wurden die Werke an der Schneckenburgstraße geschlossen, die Maschinenproduktion nach Asti im Piemont verlegt. Das Industriedenkmal wird heute durch unterschiedliche Mieter genutzt. Diese und weitere Zeugnisse von früheren Fabriken sind bis zum 5. Januar 2025 in der Ausstellung „Wir schaffen was! Arbeitswelten in der Kunst am Bodensee“ im Rosgartenmuseum zu sehen.

Unbek. Münchener Künstlerin: „Werkshalle Rieter“, Öl auf Leinwand, um 1968, ©Rosgartenmuseum Konstanz


Interaktives Detektivspiel SherLOOK 2.0 im Rosgartenmuseum

Jetzt darf gespielt werden! Die Game-Night am 8. November 2024, der offizielle Startschuss des interaktiven Spiels, lockte rund 270 Hobby-Detektive ins Konstanzer Rosgartenmuseum. Besucherinnen und Besucher konnten das neue interaktive Detektivspiel SherLOOK 2.0 spielen und dabei ihre detektivischen Fähigkeiten austesten. Mit der eigens entwickelten App und einer Hightech-Lupe machen sich große und kleine Spürnasen spielerisch auf die Suche nach Ausstellungsstücken, die gemeine Langfinger vermeintlich gestohlen und gefälscht haben. Das strategische Spiel, das tief in die Geschichte des Museums eintaucht, verfügt über einen hohen Wiederspielwert und ist eine Einladung, die Geschichte der Stadt Konstanz und die Exponate des Museums auf völlig neue Art zu erkunden. Die mit der Hightech-Lupe ausgestatteten Spielkonsolen sind ab sofort an der Museumskasse ohne Aufpreis zum regulären Museumseintritt verfügbar. Schulklassen und Privatgruppe werden gebeten, sich vorab über rosgartenmuseum@konstanz.de anzumelden. Auf alle, die einen Fall richtig gelöst haben, wartet eine kleine Überraschung.