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Vögel füttern im Winter? Ein Informations – und Diskussionsabend mit Prof. Dr. Peter Berthold
Vor vollbesetztem Haus erzählte der bekannte Ornithologe Prof. Dr. Peter Berthold auf unterhaltsame Weise wie man richtig und artgerecht – das ganze Jahr über – die heimischen Vögel füttert. Ein genügend großes Futterhäuschen, gute Zutaten beim Meisenknödel und im Sommer fettreiches Futter, im Winter eher mal Körner – und schwupps, hat man große Freude an heimischen Singvögeln im eigenen Garten. Doch was tun, wenn die „Räuber“ wie Fuchs, Nachbar´s Katze oder die Krähe kommt? Des Professors launige Lösung: einen kleinen Zaun ums Futterhäuschen bauen, Solaranlage aufs Vogelhaus und schon kommt der Vogelfeind dank leichtem Stromschlag nicht mehr an die Vögel ran. Vielen lieben Dank, Herr Professor Berthold für den spannenden und impulsreichen Abend.
Konstanzer Kostbarkeiten: Abt Joseph Keller von Petershausen
Abt Joseph Keller von Petershausen (Amtszeit 1787–1802)
Unbekannter Künstler, Ende 18. Jh.
Als das Kloster Petershausen im Jahr 1802 säkularisiert wurde, lagen über 800 Jahre Geschichte hinter dieser bedeutenden Reichsabtei der Benediktiner. Ihr letzter Abt war Joseph Keller. In seiner Amtszeit war noch ein neues Ökonomiegebäude 12
fertiggestellt worden. Doch im Zuge der napoleonischen Übertragung von Klosterbesitz an weltliche Herrscher Süddeutschlands ging das Kloster in das Eigentum des badischen Herrscherhauses über. Zunächst bewohnten die Söhne des Großherzogs Karl Friedrich das Anwesen. Ab 1807 wurde es vom Großherzog selbst – wenn auch selten – genutzt. Ein Jahr später verstarb der letzte Abt des Klosters. Die prächtige romanische Klosterkirche wurde 1819 geschlossen und 1831 abgerissen.
Das Porträt zeigt Abt Keller im schwarzen Priestergewand als Halbfigur. Er trägt an einer goldenen Kette ein juwelengeschmücktes Kreuz, in den Händen hält er eine rot eingebundene Urkunde mit großem Siegel.
Sammlung Rosgartenmuseum
Das Bild ist noch bist 30. Dezember 2018 in der Sonderausstellung „Charakterköpfe“ zu sehen.
Schöne Weihnachten!
Wir wünschen unseren Besuchern schöne Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr!
Konstanzer Kostbarkeiten: Rebekka Wieler, geb. Picard
Rebekka Wieler geb. Picard (1847–1928)
Richard Liebermann (1900–1966), 1934
Nachdem der liberale Staat Baden 1862 das sogenannte „Gleichstellungsgesetz“ erlassen hatte, das Juden die vollen Bürgerrechte gewährte, zogen zahlreiche jüdische Familien aus den ländlichen Gebieten des Hegaus und Untersees nach Konstanz. Rebekka Wieler und ihr Mann Pius Pinchas aus Randegg ließen sich 1873 in Konstanz nieder, wo Pius mit seinem Bruder Adolf an der Oberen Laube einen Großhandel für Garne, Woll- und Kurzwaren gründete. Rebekka hatte insgesamt elf Kinder, von denen drei in jungen Jahren starben. 33
Die Bleistiftzeichnung fertigte ihr Enkel, der seit 1935 in Konstanz lebende taubstumme Künstler Richard Liebermann, posthum an. Trotz Ausstellungsverbots arbeitete Liebermann bis zu seiner Deportation nach Gurs 1940 weiter. Er überlebte den Holocaust und starb 1966 in Frankreich. Die Porträtstudie ist eine Schenkung der Familie Wieler an das Rosgartenmuseum.
Sammlung Rosgartenmuseum
Die Zeichnung ist noch bis 30. Dezember 2018 in der Sonderausstellung „Charakterköpfe“ zu sehen.
Konstanzer Kostbarkeiten: Bildnis einer Mutter mit ihren beiden Kindern
Bildnis einer Mutter mit ihren beiden Kindern
Unbekannter Künstler, um 1800
In ein Kleid aus leichter Baumwolle gehüllt, hält die zart lächelnde Mutter ihre beiden Kinder auf dem Arm: Dieses ebenso ausdrucksstarke wie zurückhaltend private Porträt einer jungen Mutter stammt aus einer Konstanzer Familie. Nach bisherigen Recherchen könnte es dem württembergischen Maler Philipp Friedrich Hetsch (1758–1838) bzw. seinem Umfeld zuzurechnen sein. Dessen Werk war von der klassizistischen Malerei des französischen Hofmalers Jacques Louis David stark beeinflusst. Die Zuschreibung basiert auf Bildvergleichen, genauere Forschungen stehen noch aus.
Sammlung Rosgartenmuseum
Das Bild ist noch bis 30. Dezember 2018 in der Sonderausstellung „Charakterköpfe“ zu sehen.