Aktuelles
Konstanzer Kostbarkeiten: Kardinal Damian Hugo von Schönborn (1676–1743)
Unbekannter Künstler, um 1740
Nur drei Jahre lang amtierte Kardinal von Schönborn als Fürstbischof von Konstanz, dann starb er an den Folgen einer Malaria-Erkrankung. Begonnen hatte seine Karriere ganz weltlich: Nach Studium und Aufnahme in den Deutschorden, trat der gebürtige Mainzer in militärische und diplomatische Dienste am Wiener Hof ein. Auf 8
Betreiben des Kaisers Josef I. wurde er 1715 ins Kardinalskollegium berufen, erst anschließend empfing er die kirchlichen Weihen. Ab 1719 war von Schönborn Bischof von Speyer, dort realisierte er prachtvolle Barockbauten. Bereits 1722 berief das Konstanzer Domkapitel ihn zum Koadjutor des Bistums – das Amt des Bischofs trat er jedoch erst 18 Jahre später an. Von ihm angestoßene Reformen in Verwaltung und Priesterseminar machte das konservative Domkapitel nach seinem Tod wieder rückgängig. Das Verhältnis des Fürstbischofs zu seinem zweiten Bistum Konstanz blieb distanziert. Doch sein Baumeister, der berühmte Balthasar Neumann, hinterließ in seinem Auftrag Spuren am Bodensee: Die nach Plänen des „Star-Architekten“ gebaute prächtige Treppe im Neuen Schloss von Meersburg zeugt vom Repräsentationsbedürfnis der Konstanzer Fürstbischöfe.
Das barocke Amtsporträt zeigt von Schönborn mit Kardinalskappe auf dem lockigen Haar, den Blick fest auf den Betrachter gerichtet.
Sammlung Rosgartenmuseum
Kunstnacht Konstanz-Kreuzlingen 2019 – Programm im Rosgartenmuseum
Am Samstag, 30. März, findet von 18 bis 24 Uhr die Kunstnacht Konstanz-Kreuzlingen 2019 statt. Das Rosgartenmuseum ist ebenfalls dabei. Was euch erwartet? Viele spannende Dinge:
In einer exclusiven Kunstnacht-Ausstellung zeigen wir zauberhafte wie eindrucksvolle Ansichten des Bodensees aus den den Sammlungen der Städtischen Museen. Die Gäste werden eingeladen die künstlerischen Interpretationen zu erkunden. Im Aktionsraum darf jeder selbst kreativ tätig werden und zusätzlich die Werke aus dem Kunstclub! zu bestaunen.
Das Museumscafé verwandelt sich zur Kunstnacht in die „Rosgarten-Lounge“. Hier könnt ihr bei einem selbst kreierten Rosgarten-Cocktail entspannen und den weiteren Abend planen.
Wir freuen uns auf euren Besuch! Bleibt kreativ!
Kunstclub!: Wasser, Idylle, Bodensee – Wasser in der Kunst
„Wasser“ war das Thema beim zweiten Kunstclub!-Termin im Rosgartenmuseum. Die Kunstwissenschaftlerin Anna Katharina Thaler führte ins Thema ein, unter der Anleitung von Luise Merle wurden die Teilnehmenden dann selbst kreativ. Welche Werke dabei entstanden sind, können Sie am 30. März ab 18 Uhr bei der „Kunstnacht Konstanz-Kreuzlingen 2019“ bewundern. Und natürlich auch selbst kreativ werden.
Der nächste Kunstclub! am 10. Mai beschäftigt sich mit der abstrakten Kunst.
Konstanzer Kostbarkeiten: Seestück beim Hörnle von Richard Liebermann
Seestück beim Hörnle
Mit 12 Jahren wurde das Talent des taubstummen Richard Liebermann (1900–1966) entdeckt und er konnte die Münchner Kunstakademie besuchen. Den Schwerpunkt seines Schaffens bildeten Landschaftsgemälde, Stillleben aber auch Portraits. Mit der Machtergreifung der Nazis wurde sein künstlerisches Arbeiten unterbunden. 1935 zieht die Familie nach Konstanz, die Heimatstadt der Mutter. Nach der Sprengung der Konstanzer Synagoge 1938 wurde der Maler nach Dachau verschleppt. Im Winter kehrte Liebermann zurück, bis er 1940 nach Gurs deportiert wurde. 1943 flüchtete er von dort in das Kloster St. Rambert, wo er den Krieg überlebte.
Obwohl der Großteil seines Werks von den Nazis zerstört wurde, konnte Liebermann Fotografien einiger Arbeiten sichern, die er in einem Lederetui stets bei sich trug. Darunter findet sich eine schwarz-weiß Fotografie eines Ölbildes von 1930, das eine Ufer-Landschaft zeigt. Das Bild gilt als verschollen, doch befindet sich in der Sammlung des Rosgartenmuseums ein ganz ähnliches Gemälde Liebermanns. Das „Seestück am Hörnle“ von 1932 zeigt den Blick auf das mit Pappeln bewachsene Hörnle-Ufer bei niedrigem Wasserstand, im Hintergrund zeichnet sich das Schweizer Ufer ab. Diese und weitere zauberhafte Ansichten des Bodensees sind anlässlich der Kunstnacht am 30. März im „Kunstsalon“ des Rosgartenmuseums zu sehen.
Thema des Monats: Der japanisierende Farbholzschnitt als Kunstform des Jugendstils
Am Mittwoch, 13. März hieß es wieder einmal „Thema des Monats“ im Zunftsaal des Rosgartenmuseums. Der geschätzte Museumskollege und Direktor des Historischen und Völkerkunde-Museums St. Gallen, Dr. Daniel Studer, hielt nicht nur einen spannenden Vortrag zur Entwicklung der Kunstform des japaniserenden Farbholzschnitts und stellte die Künstler*innen vor, sondern hatte uns auch zauberhafte Originale der St. Galler Künstlerin Martha Cunz mitgebracht. Ein spannendes Erlebnis, die Druckstöcke und die zugehörigen Blätter zu sehen! Wir bedanken uns für den tollen Abend!