Aktuelles
Unser Ueli und die Konstanzer Fahnenschwinger
Die Konstanzer Fahnenschwinger unter Leitung ihres Gründers Gerhard Schleich stellten im Museum die neue Sommeruniform ihrer europaweit agierenden Gruppe vor. Vorbild der aus Leinen gefertigten Uniform ist die Dienstkleidung des spätmittelalterlichen Konstanzer Stadtwächters “Ueli” (Mitte links), der als originalgetreues Replikat im Rosgartenmuseum steht. Die Fahnenschwinger sind mehrfacher deutscher Meister, als einer der wenigen Vereine dieser Art haben sie das Recht, bei großen Veranstaltungen auch Fahnen anderer Städte oder Hoheitsträger zu schwingen.
Thema des Monats „Alles fließt!“
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Wasser eigentlich genau aussieht oder welche Form Wellen haben? In seinem spannenden Vortrag „Alles fließt! Die Darstellung von Wasser in der Kunst“ sprach der Direktor des Kunstmuseums Thurgau Markus Landert am 3. Juli im Zunftsaal über Spieglungen, Wellenindividuen und Wasserdarstellungen von Giotto, über Adolf Dietrich bis hin zu Roman Signers „Tropf“. Vielen Dank für dieses schöne Thema des Monats im heißen Juli!
Eröffnung „Der gefährliche See“
Am Mittwoch, den 26. Juni haben wir unsere Sonderausstellung „Der gefährliche See – Wetterextreme und Unglücksfälle an Bodensee und Alpenrhein“ eröffnet. Bei knackig heißen Temperaturen kamen über 700 Gäste ins Konzil, lauschten gespannt den Ausführungen von Prof. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a.D., zum Klimawandel und stießen mit einem kühlen Glas Spitalkellerei-Wein auf das große Ausstellungsprojekt an.
Konstanzer Kostbarkeiten: Karl Christoph Freiherr von Röder von Diersburg (1789–1871)
Marie Ellenrieder (1791–1863), 1821
Der frühere badische Offizier und Teilnehmer an den Befreiungskriegen gegen Napoleon, liebte Marie Ellenrieder, seit er sie um 1818 das erste Mal getroffen hatte. Wie sie fühlte er sich als Künstler, malte und musizierte und führte ein auskömmliches Leben als Erbe eines Weingutes in Diersburg bei Offenburg. Seinen Heiratsantrag lehnte die erfolgreiche, mit Aufträgen des badischen Hofes bedachte Malerin ab, sie wollte keine abhängige Ehefrau werden: „Der ledige Stand ist eben in der Kunst der Beste. Man arbeitet, lebt und stirbt leichter.“
Baron von Röder blieb ledig und seiner Angebeteten ein Leben lang treu ergeben: Man schrieb sich, verbrachte gemeinsame Kurtage und stand sich in schweren Zeiten bei. Nach Ellenrieders Tod kümmerte er sich um ihre gebrechliche Schwester Josefine, sie schenkte ihm als Dank eine Haarlocke der Toten.
Sammlung Rosgartenmuseum
Konstanzer Kostbarkeiten: Gretchen Weber
Die junge Frau im weißen Spitzenkleid war die Tochter des 1888 zum Konstanzer Oberbürgermeister gewählten Juristen Franz Weber. In Heidelberg geboren verbrachte sie eine privilegierte Kindheit am See. Als der deutsche Kaiser Wilhelm II. 1888 Konstanz besuchte, war es das kleine Gretchen, das am Hafen den Willkommens-Blumenstrauß überreichen durfte. Zu ihrer Hochzeit mit dem Bankier und Weingutsbesitzer Julius Huber aus Achern, die im Dezember 1911 im damaligen Hotel „Hecht“ am Fischmarkt gefeiert wurde, schickte die badische Großherzogin Luise ein Glückwunschtelegramm. Nach der Hochzeit zog Margarete in ihre neue Heimat Achern. Dort bekam sie ihren Sohn Rolf. 1936 starb Margarete Huber, erst 53-jährig.
Das Porträt der 17-Jährigen ist als so genanntes Bruststück ausgeführt. Die Raffung des Kleides deutet die schlanke Taille der jungen Frau an.
Neuzugang zur Sammlung Rosgartenmuseum