Aktuelles
„Schifflibach“ zur Grenzsicherung
Im Winter 1940 durchsägten Schweizer Infanteristen die Eisdecke im Untersee, um eine befürchtete deutsche Invasion über das Eis zu erschweren. Der Volksmund nannte den langen Wassergraben „Schifflibach“. Als er endlich fertig war, setzte Tauwetter ein. Fotografien und Zeichnungen zeugen von dieser eisigen Grenzsicherung.
In der neuen Dauerausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933-1945“, erinnert das Rosgartenmuseum an die angespannte Situation, die den Alltag beidseits der Grenze stark beeinflusste.
Letzte Briefe aus Gurs
Am 20. Oktober 1940 brachten Deportationszüge aus Baden und aus der Pfalz 6.504 Jüdinnen und Juden in das Barackenlager Gurs am Fuße der Pyrenäen. Die hygienischen Zustände und die Versorgung waren katastrophal, viele ältere Menschen starben. Im Frühjahr 1942 wurde Gurs aufgelöst, die Internierten wurden in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Die meisten wurden in Auschwitz ermordet.
Auf Postkarten berichten die Konstanzer Jüdinnen Sofie Heymann, Alice Bab und Klara Dukas aus Gurs und bitten um weitere Hilfe. Teilweise schwärzte die Zensur die Texte.
In der neuen Dauerausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933-1945“, erinnert das Rosgartenmuseum an Menschen wie Klara Dukas, die Opfer des Nazi-Regimes wurden.
Ermordet aber nicht vergessen: Herrmann Keller
Herrmann Keller, geboren am 8. April 1899, arbeitete zunächst als sogenannter Hausbursche und dann als Fabrikarbeiter in Konstanz. Bereits 1921/22 war er in der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau untergebracht, da er an Schizophrenie erkrankt war. Nach mehreren Wohnortwechseln wies man ihn 1931 erneut in die Anstalt Reichenau ein. Die kommenden acht Jahres seines Lebens verbrachte er dort. Im Jahr 1940 wurde er nach Grafeneck deportiert und dort gemeinsam mit 74 weiteren Personen vergast.
In der neuen Dauerausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933-1945“, erinnert das Rosgartenmuseum an Menschen wie Herrmann Keller, die Opfer des Nazi-Regimes wurden.
Jahresvorschau 2023
Die Städtischen Museen Konstanz bieten im Jahr 2023 viele spannende Ausstellungen und Veranstaltungen an. In diesem Flyer können Sie sich vorab informieren.
Wir freuen uns auf das Museumsjahr 2023!
Relikt eines kurzen Lebens
Das bernsteinfarbig gefasste Schmuckmedaillon mit der Fotografie der 1922 geborenen Inge Thanhauser hat sich in einem Konstanzer Nachlass erhalten. Inge emigrierte 1938 mit ihren Eltern Otto und Mathilde und ihrer Schwester Ellen über Holland in die USA. Ihr Vater hatte in Konstanz gemeinsam mit seinem Bruder Hans ein Geschäft in der Kanzleistraße geführt. 1955 nahm Inge sich mit nur 33 Jahren das Leben. Ihre Schwester Ellen und deren Nachfahren hielten und halten den Kontakt zu Konstanz und helfen, die Erinnerung an die Familie Thanhauser im städtischen Gedächtnis zu bewahren.
In der neuen Dauerausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933-1945“, erinnert das Rosgartenmuseum an Menschen wie Inge Thanhauser, die Verfolgung und Unrecht erleiden mussten.