Aktuelles

Otto Marquard, Fluchthelfer und Künstler

Otto Marquard stellte sich 1933 einer vom Stuttgarter Journalisten Willy Bohn organisierten Fluchthelfergruppe zur Verfügung. Diese sollte Gewerkschafter, Sozialdemokraten und Kommunisten in die Schweiz schleusen. Der eigenbrötlerische, 1935 mit einem Berufsverbot belegte Kunstmaler Marquard war Pazifist und entschiedener Hitler-Gegner. Unerschrocken brachte er mit seiner „Transportkolonne Otto“ Flüchtende im Ruderboot ans Schweizer Ufer. 1938 wurde er verhaftet und ohne Anklage fast ein Jahr lang inhaftiert. Seinem Motto blieb er lebenslänglich treu: „Ich bin immer dagegen!“.

In der neuen Dauerausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933-1945“, erinnert das Rosgartenmuseum an Menschen wie Otto Marquard, die sich unter höchster Gefahr dem Terror des Nazi-Regimes widersetzten.


„Schifflibach“ zur Grenzsicherung

Im Winter 1940 durchsägten Schweizer Infanteristen die Eisdecke im Untersee, um eine befürchtete deutsche Invasion über das Eis zu erschweren. Der Volksmund nannte den langen Wassergraben „Schifflibach“. Als er endlich fertig war, setzte Tauwetter ein. Fotografien und Zeichnungen zeugen von dieser eisigen Grenzsicherung.

In der neuen Dauerausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933-1945“, erinnert das Rosgartenmuseum an die angespannte Situation, die den Alltag beidseits der Grenze stark beeinflusste.


Letzte Briefe aus Gurs

Am 20. Oktober 1940 brachten Deportationszüge aus Baden und aus der Pfalz 6.504 Jüdinnen und Juden in das Barackenlager Gurs am Fuße der Pyrenäen. Die hygienischen Zustände und die Versorgung waren katastrophal, viele ältere Menschen starben. Im Frühjahr 1942 wurde Gurs aufgelöst, die Internierten wurden in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Die meisten wurden in Auschwitz ermordet.

Auf Postkarten berichten die Konstanzer Jüdinnen Sofie Heymann, Alice Bab und Klara Dukas aus Gurs und bitten um weitere Hilfe. Teilweise schwärzte die Zensur die Texte.

In der neuen Dauerausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933-1945“, erinnert das Rosgartenmuseum an Menschen wie Klara Dukas, die Opfer des Nazi-Regimes wurden.


Ermordet aber nicht vergessen: Herrmann Keller

Herrmann Keller, geboren am 8. April 1899, arbeitete zunächst als sogenannter Hausbursche und dann als Fabrikarbeiter in Konstanz. Bereits 1921/22 war er in der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau untergebracht, da er an Schizophrenie erkrankt war. Nach mehreren Wohnortwechseln wies man ihn 1931 erneut in die Anstalt Reichenau ein. Die kommenden acht Jahres seines Lebens verbrachte er dort. Im Jahr 1940 wurde er nach Grafeneck deportiert und dort gemeinsam mit 74 weiteren Personen vergast.

In der neuen Dauerausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933-1945“, erinnert das Rosgartenmuseum an Menschen wie Herrmann Keller, die Opfer des Nazi-Regimes wurden.


Jahresvorschau 2023

Die Städtischen Museen Konstanz bieten im Jahr 2023 viele spannende Ausstellungen und Veranstaltungen an. In diesem Flyer können Sie sich vorab informieren.

Wir freuen uns auf das Museumsjahr 2023!