Aktuelles

Adam von Itzstein: Der bedeutendste Netzwerker

Der österreichische Staatskanzler Fürst von Metternich hält Adam von Itzstein für den „einzigen gefährlichen Mann der badischen Opposition“. Der 1775 geborene Jurist ist seit 1822 Mitglied des badischen Landtags. Im Konflikt mit der Regierung scheidet er aus dem badischen Justizdienst aus und zieht sich 1825 auf sein Weingut im Rheingau zurück. Itzstein fördert junge, republikanische Politiker, schreibt für liberale Zeitungen und unterhält ein politisches Netzwerk. Er kämpft um die Einheit zwischen Liberalen und Radikalen und gehört bis zum Ende dem deutschen Nationalparlament an. Als 1849 ein Hochverratsprozess gegen ihn droht, flieht er in die Schweiz. Baden entzieht ihm die Staatsbürgerschaft. 1855 stirbt Itzstein auf seinem Weingut.

An diesen und weitere Väter und Mütter der deutschen Demokratie erinnert das Rosgartenmuseum in seiner Sonderausstellung „„Jetzt machen wir Republik“ Die Revolution von 1848/49 in Baden“, die bis 7. Januar 2024 im Kulturzentrum am Münster zu sehen ist.


Ferdinand Freiligrath: Vom Revolutionär zum Nationalisten

Freiligraths erste Sammlung von Gedichten erschien 1838. Sein 1844 veröffentlichtes Gedicht „Ein Glaubensbekenntnis“ war ein großer Erfolg. 1844 emigrierte er in die Schweiz, wo er bei Rapperswil am Zürichsee lebte und 1845 bei Michael Schläpfer in Herisau seinen berühmtesten Band politischer Freiheitsgedichte „Ça ira!“ veröffentlichte. Nach der Revolution von 1848/49 musste Freiligrath Deutschland wieder verlassen und wurde Direktor der Londoner Filiale der Schweizer Generalbank. Nach 1868 wandelte er sich zum Nationalisten, der antifranzösische Texte veröffentlichte. Er starb am 1876 in einem Cannstatter Wirtshaus an Herzversagen.

An diesen und weitere Vordenker der Revolution erinnert das Rosgartenmuseum in seiner Sonderausstellung „„Jetzt machen wir Republik“ Die Revolution von 1848/49 in Baden“, die bis 7. Januar 2024 im Kulturzentrum am Münster zu sehen ist.


Neuer Leiter für Hus-Haus

Alexander Pöschl übernimmt Leitung

Das kleinste, aber weithin bekannte Museum der Stadt hat eine neue Leitung: Im Hus-Haus, der Gedenkstätte für den böhmischen Reformator Jan Hus, folgt der Historiker Alexander Pöschl auf die langjährige Leiterin Libuse Rösch, die in den Ruhestand tritt. Die kleine Gedenkstätte wird jährlich von bis zu 20.000 Gästen besucht.
Das Hus-Haus wird seit 100 Jahren in einer Kooperation zwischen der Stadt Konstanz und der Hus-Gesellschaft an der Prager Karls-Universität als Gedenkstätte betrieben. Die Hus-Gesellschaft zeichnet für Inhalte und Ausstellungen verantwortlich, die Stadt Konstanz finanziert die Stelle des Kurators und das laufende Verwaltungsgeschäft. Erst jüngst bekräftigten die beiden Partner im tschechischen Kulturministerium in Prag die Fortsetzung dieser bedeutsamen Zusammenarbeit in Erinnerung an Jan Hus, der 1415 während des Konstanzer Konzils den Feuertod erlitten hat.
Libuse Rösch hat das Museum 17 Jahre erfolgreich geführt. Die Erneuerung der Dauerausstellung, zahlreiche kleine Sonderausstellungen und vielfältige Aktivitäten im Vorstand der Vereinigung der Städte mit hussitischer Tradition kennzeichnen die Amtszeit von Libuse Rösch, die selbst gebürtige Tschechin ist. Hunderte Schulklassen hat sie geführt, tausenden Gästen das Leben von Jan Hus näher gebracht.
Ihr Nachfolger, der gebürtige Weißenburger Alexander Pöschl (32), hat unter anderem in Bayreuth, Erlangen, Heidelberg und Konstanz Geschichte und Volkswirtschaft studiert und zuletzt ein wissenschaftliches Volontariat bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg absolviert. In Konstanz will er die lebendige Erinnerung an das Konzil und an den bedeutenden Reformator Jan Hus mit attraktiven Angeboten ausbauen.


Erfolgreiches Städtisches Sommerferienprogramm


100 kreative und wissbegierige Kinder im Museum


Das Rosgartenmuseum hat wieder am offiziellen Sommerferien-Programm der Stadt Konstanz teilgenommen. Ob beim Aquarellmalen, perspektivischen Zeichnen mit Bleistift und Kohle oder beim Basteln von mittelalterlichen Geldbeuteln, zeigten viele Konstanzer Kinder ihre kreativen Talente und lernten dabei das städtische Museum besser kennen.

Wir freuen uns bereits heute auf die nächsten Ferien!


„Jetzt machen wir Republik!“ – Einblicke in die Sonderausstellung

Das Rosgartenmuseum erinnert in einer großen Sonderschau mit seltenen Relikten der Revolutionszeit, schimmernden Objekten des badischen Hofs, zahlreichen Bezügen zur Schweizer Nachbarschaft, mit Porträts, Karikaturen, frühen Fotografien und berührenden Erinnerungsstücken aus den Nachlässen der prominenten Köpfe der Revolution an die Urväter und Mütter der Demokratie. Nie gezeigte Memorabilien, wie Friedrich Heckers Duellpistolen und sein Säbel, Originalkleidung der Zeit und Zeugnisse der Kämpfe machen diese Umbruchzeit lebendig. In diesem Kurzvideo geben wir einen weiteren Einblick in die Ausstellung. Zur Ausstellung erscheint ein Dokumentarfilm von Teresa Renn und Tobias Engelsing: „Es gilt, in Baden loszuschlagen! Der Heckerzug und die Revolution von 1848/49“, zu sehen im Gewölbekeller im Kulturzentrum am Münster.

Die Sonderausstellung ist bis zum 07. Januar 2024 im Richentalsaal im Kulturzentrum am Münster zu sehen. Informationen finden Sie hier: https://www.rosgartenmuseum.de/ausste…

Öffnungszeiten: Di-Fr 10:00 – 18.00 Uhr Sa + So + Feiertags 10:00 – 17:00 Uhr

Tickets gibt es auf der Empore im Ticketshop des Kulturzentrums

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