Schätze des Südens – Kunst aus 1000 Jahren

Einleitung

150 Jahre Rosgartenmuseum

Das Rosgartenmuseum Konstanz ist mit seiner umfangreichen Sammlung, aktiven Forschung und großen Sonderausstellungen heute eines der bedeutenden kunst- und kulturhistorischen Museen im Bodenseeraum. Untergebracht in einem originalgetreu erhaltenen spätmittelalterlichen Zunfthaus, sind Räume wie der „Leiner-Saal“ mit seinen neugotischen Vitrinen und herausragenden vor- und frühgeschichtlichen Funden bezaubernde Zeugnisse aus der Gründungszeit.

Damals fielen alte Stadttore und prächtige Wehrtürme: Mitte des 19. Jahrhunderts befreite sich das spätmittelalterlich geprägte Konstanz am Bodensee von Relikten seiner reichsstädtischen Vergangenheit. Das Fortschrittsprogramm der politisch tonangebenden Liberalen verlangte Platz für Gewerbebetriebe, moderne Wohnhäuser und Straßen.

Der Apotheker Ludwig Leiner, Spross einer alten Patrizierfamilie, stellte sich – obwohl selbst kämpferischer Fortschrittsgeist –  der Zerstörung des historischen Stadtbildes entgegen. Auf Leiterwagen rettete er gotische Skulpturen, Tafelbilder, Chroniken, Mobiliar und Waffen vor dem Untergang. Vom eben ausbrechenden „Pfahlbaufieber“ der Zeit angesteckt, sammelte er auch eifrig Ausgrabungsgut, darunter die heute weltberühmten Rentier-Ritzzeichnungen auf Geweih aus dem „Kessler Loch“ bei Schaffhausen.

Im leer stehenden Zunfthaus „Rosgarten“, eröffnete Leiner 1870 seine „Alterthumshalle“. Bald kamen die gekrönten Häupter und die besten Wissenschaftler der Zeit, um die teils sensationellen Funde zu bestaunen. Ein Fälschungsskandal um einen betrügerischen Händler erschütterte kurz das Haus, doch sein guter Ruf wuchs beständig. Nach Ludwig Leiners Tod 1901 wurde das Rosgartenmuseum zum familiären Erbfall: Erst 1955 bekam Sigrid von Blanckenhagen (geb. Leiner) als Konservatorin ein städtisches Gehalt. Bis dahin hatten drei Generationen der Familie Leiner das Museum ehrenamtlich betreut. Über 100 Jahre lang trug die Familie herausragende Kunstschätze zusammen und steuerte „ihr“ Haus klug durch Kriege, Inflation und durch die nationalsozialistische Diktatur.

Die Sonderausstellung: 2. Juli 2020 bis 11. April 2021

Die Jubiläumsausstellung zum 150. Geburtstag zeigt aus der eigenen Sammlung im ganzen Haus und im Sonderausstellungssaal einmalige „Schätze des Südens“: Gemälde und Skulpturen bedeutender süddeutscher Meister, frühe Buchkunst, Glas, Gold- und Silberarbeiten und historische Zeugnisse aus 1000 Jahren Geschichte des Bodenseeraums.

Der neue Audioguide, Videoclips und spannende Führungen erzählen von der Sammelleidenschaft der Leiners, von kostbaren Gemälden, falschen Papststühlen und versteinerten Krokodilen: Museumsgeschichten mitten aus dem Leben!

Den Flyer zur Sonderausstellung finden Sie hier.

Programm

Das umfangreiche Rahmenprogramm zur Sonderausstellung startet voraussichtlich im September 2020.
Wir informieren Sie gerne in einem ausführlichen Flyer und im Kalender auf dieser Homepage.

Katalog

Tobias Engelsing: Leiners Erben. Biografie eines Museums
150 Jahre Rosgartenmuseum Konstanz

Südverlag Konstanz, Hardcover, ca. 250 Seiten, reich illustriert, 24,90 €

Die spannend geschriebene Biografie erzählt vom Kampf einer kunstsinnigen Familie in dramatischen Zeiten: Zwischen Reichsgründung, zwei Weltkriegen, dem Nationalsozialismus und den Neuanfängen in der noch jungen deutschen Demokratie bewahren die Leiners ihr Museum. Das Buch beschreibt zugleich ein bedeutendes Kapitel der jüngeren Kulturgeschichte des Bodenseeraums.

Erhältlich ab Juli im Buchhandel und im Museumsshop.