Heimat Alpstein – Appenzeller und Toggenburger Bauernmalerei

SONDERAUSSTELLUNG DES ROSGARTENMUSEUMS KONSTANZ 2017

 

„Heimat Alpstein – Appenzeller und Toggenburger Bauernmalerei“

22. Juni bis 30. Dezember 2017, Ausstellungsort: Kulturzentrum am Münster

 

Diese farbenfrohe Ausstellung stellt mit Werken bedeutender „naiver“ Malerei aus der Sennen- und Bauernkultur des 18. bis 20. Jahrhunderts alte Traditionen und Kulturgüter der Appenzeller Geschichte vor. In der Ausstellung und im geplanten Begleitbuch werden neben der Präsentation ausdrucksstarker Kunstwerke der großen Meister – und der wenigen Meisterinnen – der Bauernmalerei auch besondere Momente der Appenzeller Geschichte beleuchtet: Die immer wieder kriegerische Emanzipation des Bauernvolkes von der Herrschaft des St. Galler Abts, die machtvolle Expansion der Eidgenossenschaft in Richtung Bodensee und der damit einhergehende Anschluss des Appenzells 1513 an den Bund der zwölf eidgenössischen Orte. Die Reformation führte schließlich zur Glaubensspaltung, der eine friedlich vollzogene, bis heute bestehende Aufteilung des Appenzells in zwei Halbkantone folgte.

 

Im katholisch geprägten Halbkanton Appenzell Innerrhoden entwickelte sich die Sennen- und Alpwirtschaft weiter, im protestantischen Teil Ausserrhoden entstand ein überregional erfolgreiches Textilgewerbe. Im 19. Jahrhundert wurde das Appenzellerland mit dem Säntis als höchstem Berg von europäischen Reisenden „entdeckt“: Naturmedizinische „Molkenkuren“, Sommerfrische und Bergbesteigungen kennzeichnen diese Frühform des Tourismus, der damals im ganzen Bodenseeraum seinen Anfang nahm. Doch im Schatten der neu erwachten Schweiz- und Naturbegeisterung der ersten Touristenströme bestimmte ein harter, jahreszeitlich geprägter Alltag weiterhin das Leben der Sennen, Bauern und Heimweber der Textilindustrie. In dieser kargen Welt aber entstehen seit fast 200 Jahren die schönsten Motive einer volkstümlichen Malerei: Vorwiegend heitere Szenen vom Jahreslauf der Alpwirtschaft und des Bauernlebens rund um Säntis und Alpstein.

 

 

Im Rahmenprogramm bietet „Heimat Alpstein“ Exkursionen an historische Stätten beider Halbkantone, Museumsbesuche im Appenzellerland, musikalische Abende und ein kulinarisch-appenzellerisch geprägtes Museumsfest mit der Gastronomen-Vereinigung „Konzilköche“ am 15. Juli in Konstanz.

 

Im Südverlag Konstanz erscheint ein anschaulich geschriebenes, reichhaltig illustriertes Bilder- und Lesebuch, ca. 112 Seiten, 19,90 €

 

Kooperationspartner:

Brauchtumsmuseum Urnäsch, Museum Appenzell, Toggenburger Museum in Lichtensteig, Steinegg-Stiftung, Stiftung für Appenzellische Volkskunde, Kantone Appenzell IR und AR, Appenzellerland Tourismus, „Bärli-Biber“ Bischofberger AG

 

 

Ansprechpartner:

Planung: Dr. Tobias Engelsing, tobias.engelsing@konstanz.de

Buchungen, Rahmenprogramm: Dr. Lisa Foege, lisa.foege@konstanz.de